Eine Gleitringdichtung ist ein Maschinenelement zur Abdichtung der Durchtrittsstelle eines rotierenden Teiles, üblicherweise eine Welle, durch ein starres Teil, meist das Maschinengehäuse. Gleitringdichtungen, werden oft auch als dynamische Dichtungen, also Dichtungen, deren abzudichtende Teile sich relativ zueinander bewegen, bezeichnet.
Man unterscheidet die axiale und die radiale dynamische Dichtung, die Gleitringdichtung ist dabei, von Sonderformen abgesehen, der axiale Teil. Sie werden hauptsächlich in Pumpen, Rührwerken, Zentrifugen oder Wasserturbinen eingesetzt.
Gleitringdichtungen sind üblicherweise wie folgt aufgebaut. Ein mit dem rotierenden Teil synchron umlaufender Ring, auch Gleitring genannt, wird durch Verdrehsicherungsstifte auf der rotierenden Welle fixiert. Zusätzlich erfolgt eine Befederung des Gleitrings. Am statischen Teil sitzt ein starr angeordneter Ring, zumeist Gegenring genannt. Gleit- und Gegenring werden durch Nebendichtungen ergänzt.
Die Ringflächen sind zueinander meist plan. Sie können aus verschiedenen Werkstoffen bestehen. Zum Einsatz kommen hier üblicherweise Grafit oder kunstharzgebundener Kohlenstoff, Keramiken, Kunststoffe oder Metalle, hier überwiegend Edelstahl oder Chromguss. Die Auswahl der verwendeten Materialien orientiert sich an der Art der abzudichtenden Medien, der Rotationsgeschwindigkeit sowie der Einsatztemperatur.
Bei einer Gleitringdichtung ¬wird, abhängig vom eingesetzten Material, von Hart-Hart- oder Hart-Weich Paarungen gesprochen. Bei einer Hart-Weich-Paarung werden Ringe kombiniert, bei denen einer der Teile deutlich weicher ist als der andere. Der Verschleiß ist dadurch zwar wesentlich höher, allerdings werden bessere Notlaufeigenschaften bei ungünstigen Schmierungsverhältnissen erreicht.
Typisch ist hier der Einsatz eines Kohlerings gegen einen Ring aus Siliziumcarbid. Bei ¬Hart-Hart-Paarungen bestehen beide Gleitringe aus hartem, verschleißfestem Material. Diese Paarung wird vor allem bei abrasiven Produkten eingesetzt. Der in Kauf zu nehmende Nachteil besteht aus den dann schlechteren Notlaufeigenschaften. Für die Dichtigkeit und natürlich auch den Verschleiß ist neben der Materialpaarung vor allem die absolut präzise Ausführung der Gleitflächen in Bezug auf Planheit und Rautiefe entscheidend.
